Start » … und plötzlich war’s ein Großeinsatz.

Am frühen Samstagmorgen erfolgte der erste Alarm um 01:27 Uhr. Eine Bewohnerin eines mehrstöckigen Wohnhauses im Brucker Weste bemerke in ihrer Wohnung eine ungewöhnlich warme Wand.

Nach der ersten Erkundung stellte sich rasch heraus, dass die Kräfte vor Ort nicht ausreichend sein würden. In mehreren Wohnungen des achtstöckigen Gebäudes stellten wir mittels Wärmebildkamera an den Wänden erhöhte Temperaturen von bis zu 85 °C fest. Nachdem kurz darauf auch Rauch aus einer Wand austrat konnte man von einem sich bereits ausgebreiteten Dehnfugenbrand ausgehen. Von einem Dehnfugenbrand spricht man, wenn sich Feuer und Rauch entlang oder innerhalb einer Dehnfuge eines Bauwerks ausbreiten. Der Brand bleibt so lange unsichtbar und somit unbemerkt. Die Gefahr der schnellen Ausbreitung über die Gebäudeteile ist groß und die Brandbekämpfung durch fehlende Zugangsmöglichkeiten dementsprechend erschwert.

Eine „warme Wand“ entwickelte sich also rasch zu einem Großeinsatz, welcher sich über Stunden zog.

Aufgrund der besonderen Lage wurden über die integrierte Leitstelle weitere Kräfte nachalarmiert:  

– die Wachen I & II der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck  
– die Stadtteilwehren Aich und Puch  
– Feuerwehr Germering mit Spezial-Löschgeräten zur Dehnfugenbrandbekämpfung
– Vertreter der Kreisbrandinspektion  
– das BRK zur Verpflegung der Einsatzkräfte vor Ort

Die Brandbekämpfung war aufwendig: Der Schwelbrand hatte sich in der Dehnfuge zwischen zwei Gebäudeteilen ausgebreitet was gezielte und sehr umfangreiche Löschmaßnahmen nötig machte. Diese erfolgten sowohl vom Dach aus, als auch über Öffnung, welche geschaffen wurden, um in die Wände so genannte Löschlanzen einzubringen.

Nach Rund 11 Stunden Löscharbeit, konnten wir mit den Aufräumarbeiten beginnen. Dank des schnellen Eingreifens und der hervorragenden Zusammenarbeit aller Kräfte konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden.  Auch bei einer Brandnachschau, welche am späten Nachmittag nochmals durchgeführt wurde, ergaben weitere Messungen keine Auffälligkeiten.

Bedanken möchten wir uns abschließend noch bei einer unbeteiligten Bürgerin, welche uns eine große Tüte Butterbrezen und belegte Semmeln an die Einsatzstelle brachte. Diese Wertschätzung freut uns sehr. Vielen Dank dafür!