


In den letzten Jahren ist es in Deutschland immer wieder zu Schadensereignissen (Transportunfälle, Betriebsunfälle, etc.) mit Beteiligung von Gefahrgütern gekommen. Bei diesen Unfällen wird die Feuerwehr vor immer wieder neue Herausforderungen bei der Abwehr von sogenannten ABC Gefahren gestellt. Als Reaktion darauf hat auch die Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeldbruck schon vor langem begonnen sich auf diese Gefahren vorzubereiten.
Aber was heißt denn nun ABC Gefahren genau und was macht die Feuerwehr da?
Die Buchstaben ABC stehen für atomare, biologische und chemische Gefahren denen die Feuerwehr mit geeigneten Mitteln entgegen treten muss.
Die chemischen Gefahren stellen den am weitesten gefassten Bereich dar. Hierin sind alle Gefahrstoffe zu finden, die z.B. ätzend, giftig oder explosiv sind. Für diese Einsätze hat die Feuerwehr Fürstenfeldbruck verschiedene Gerätschaften zum Nachweis von Chemikalien zur Verfügung (Messgeräte, Nachweispapiere, etc.). Um die Lagen bewältigen zu können wird Material zur Eindämmung von Gefahrstoffaustritten (z.B. Dichtmaterial, Auffangwannen, etc.) sowie die notwendige spezielle Ausrüstung zum Schutz unserer Einsatzkräfte (Chemikalienschutzanzüge, Spezialhandschuhe, etc.) vorgehalten.
Ein spezielles Teilgebiet der Chemischen Gefahren stellen Unfälle mit Mineralölen auf Gewässern dar. Hierfür sind wir besonders ausgestattet, da der Freistaat Bayern im Rahmen der Ölwehr Bayern bei unserer Feuerwehr eine Ölsperre, sowie die Anhänger mit Material zum Aufnehmen und Trennen von Öl-Wasser-Gemischen stationiert hat.
Zu den biologischen Gefahren gehören beispielsweise Einsätze bei Seuchen wie der Geflügel- oder Schweinepest, aber auch Einsätze zur Rettung von Patienten bei denen eine akute Infektion (z.B. SARS-CoV-2, Tuberkulose, etc.) vorliegt. Hierfür werden geeignete Schutzanzüge sowie Desinfektionsmittel vorgehalten.
Die Atomaren Gefahren beziehen sich hauptsächlich auf radioaktive Stoffe die zum Beispiel in der Diagnostik oder Materialprüfung eingesetzt werden. Die Feuerwehr Fürstenfeldbruck ist für die Bewältigung dieser Gefahren eine der Stützpunktfeuerwehren in unserem Landkreis. Der Nachweis radioaktiver Strahlung erfolgt mittels spezieller Messgeräte (Kontaminationsnachweisgeräte, Dosisleistungsmesser, etc.). Um uns zu selbst zu Schützen wird auch Schutzkleidung für den Strahlenschutzeinsatz vorgehalten. Hierzu ist neben den Gerätschaften der Stadt Fürstenfeldbruck auch ein Teil der landkreiseigenen Ausrüstung bei uns stationiert.
Um auf Einsätze mit den oben beschriebenen Gefahren ausreichend vorbereitet zu sein wurde die Fachgruppe Gefahrgut ins Leben gerufen. Die Fachgruppe setzt sich aus Einsatzkräften zusammen die sich laufend durch den Besuch von speziellen Lehrgängen und Fortbildungen auf dem Stand der Technik halten. Die Mitglieder der Fachgruppe dienen als Multiplikatoren und kümmern sich um die Aus- und Weiterbildung unserer Mitglieder. Darüber hinaus sind sie auch im Rahmen der Landkreisausbildungen tätig. Zusätzlich sind sie beratend bei der Beschaffung von Spezialausrüstung sowie im Einsatzfall tätig.
